Doppelte Lungenembolie - Warnzeichen, Diagnose und Behandlung

15. August 2026

Infografik erklärt Lungenembolie: Ursachen (tiefe Beinvenenthrombose), Symptome (Atemnot, Schock) und Therapie. Eine doppelte Lungenembolie ist lebensbedrohlich.

Inhaltsverzeichnis

Ich würde den Ausdruck doppelte Lungenembolie im Alltag nicht zu eng lesen: Meist ist damit eine beidseitige oder multiple Embolie gemeint, also ein Verschluss mehrerer Lungengefäße. Entscheidend ist dann nicht das Wort selbst, sondern wie stark Atmung, Sauerstoffversorgung und Kreislauf belastet sind. In diesem Artikel ordne ich den Begriff ein, zeige die typischen Warnzeichen, erkläre die Diagnostik in der Klinik und beschreibe, was bei der Behandlung und Nachsorge wirklich zählt.

Das sollten Betroffene und Angehörige sofort wissen

  • Eine Lungenembolie ist immer ein Notfall, besonders wenn mehrere Gefäße oder beide Lungenhälften betroffen sind.
  • Typische Warnzeichen sind plötzliche Atemnot, Brustschmerzen, Herzrasen, Schwindel und blutiger Husten.
  • Die Schwere hängt weniger von der Bezeichnung als von Blutdruck, Sauerstoffsättigung und Herzbelastung ab.
  • In der Klinik werden meist Bluttest, EKG, Ultraschall und bei Bedarf eine CT-Pulmonalis-Angiographie eingesetzt.
  • Die Behandlung basiert vor allem auf Gerinnungshemmern; bei instabilem Kreislauf kommen Intensivmaßnahmen hinzu.
  • Nach der Akutphase ist die konsequente Einnahme der Medikamente und die Suche nach der Ursache besonders wichtig.

Was mit einer beidseitigen oder mehrfachen Lungenembolie gemeint ist

Medizinisch präziser spricht man eher von einer beidseitigen, multiplen oder rezidivierenden Lungenembolie. Gemeint ist damit entweder, dass mehrere Lungenarterien oder -äste verschlossen sind, oder dass sich die Embolie in mehr als einem zeitlichen Ereignis wiederholt hat. Für die Praxis ist diese Unterscheidung wichtig, weil sie sofort zeigt: Nicht nur ein einzelnes kleines Gefäß ist betroffen, sondern womöglich ein größerer Teil der Lunge.

Begriff Was gemeint ist Warum das relevant ist
Beidseitige Embolie Gefäße in beiden Lungen sind betroffen Kann mehr Lungengewebe aus dem Blutkreislauf nehmen
Multiple Embolie Mehrere Emboli oder mehrere Gefäßäste sind verschlossen Das Ausmaß der Blockade muss genauer eingeschätzt werden
Rezidivierende Embolie Die Embolie tritt erneut auf Spricht für einen weiter bestehenden Risikofaktor

Ich halte die Unterscheidung für wichtig, weil die Zahl der betroffenen Gefäße allein noch keine komplette Prognose liefert. Entscheidend bleibt, ob das Herz gegen den Widerstand anarbeiten muss und ob der Blutdruck stabil bleibt. Genau deshalb schauen Ärztinnen und Ärzte nicht nur auf die Bildgebung, sondern immer auch auf Kreislauf und Sauerstoffwerte. Von dort ist der Schritt zu den Ursachen kurz, denn meist beginnt das Problem nicht in der Lunge selbst.

Warum mehrere Embolien entstehen

Die häufigste Ursache ist ein Blutgerinnsel, das sich in einer tiefen Vene bildet, meist im Bein oder Becken, und dann in die Lunge wandert. Dort kann es ein einzelnes Gefäß, mehrere Äste oder auch beide Seiten betreffen. Eine doppelte oder multiple Embolie ist also oft keine eigene Krankheitsart, sondern das Ergebnis eines größeren oder wiederholten Thrombusgeschehens.

Die Risikofaktoren ähneln denen der tiefen Venenthrombose. Dazu gehören vor allem:

  • größere Operationen, etwa an Hüfte oder Knie
  • Knochenbrüche an Bein oder Hüfte
  • längere Bettlägerigkeit oder Immobilität
  • bestimmte Krebserkrankungen
  • Gerinnungsstörungen wie das Antiphospholipid-Syndrom
  • vorangegangene tiefe Venenthrombose oder Lungenembolie
  • östrogenhaltige Verhütungsmittel oder Hormone in den Wechseljahren
  • höheres Alter, Adipositas, Schwangerschaft und bestimmte Herzerkrankungen

Besonders unangenehm ist: Bei anhaltenden Risikofaktoren, etwa einer Krebserkrankung oder einer Gerinnungsstörung, können weitere Embolien entstehen. Ich sehe genau darin den Grund, warum die Ursache nach der Akutbehandlung so konsequent mitgedacht werden muss. Wer nur das akute Ereignis behandelt, aber den Auslöser übersieht, bleibt anfällig. Das zeigt sich oft zuerst an den Symptomen, und die sind nicht immer so klar, wie man hoffen würde.

Welche Symptome auf einen Notfall hindeuten

gesund.bund.de nennt als typische Warnzeichen plötzliche Atemnot, Brustschmerzen, blutigen Husten, Schwindel, Benommenheit und Herzrasen. Das passt gut zu dem, was ich in der Praxis erwarte: Die Beschwerden kommen häufig plötzlich und wirken auf den ersten Blick unspezifisch. Genau das macht eine Lungenembolie so tückisch.

Typische Beschwerden

Bei kleineren Verschlüssen können die Symptome mild sein oder sogar fehlen. Wenn größere Gefäße betroffen sind, treten häufig diese Beschwerden auf:

  • plötzliche Luftnot oder schnelle Verschlechterung der Atmung
  • Brustschmerzen, vor allem beim Einatmen oder Husten
  • Herzrasen oder starkes Unruhegefühl
  • Schwindel, Benommenheit oder Ohnmacht
  • Husten, manchmal mit blutigem Auswurf
  • Druck- oder Spannungsgefühl in der Brust

Warnzeichen, bei denen ich nicht abwarte

Besonders ernst wird es bei Blutdruckabfall, Bewusstseinsstörungen, kaltem Schweiß oder einer raschen Verschlechterung des Allgemeinzustands. Dann ist es kein Fall für Abwarten, sondern für den Notruf 112. Wer neben der Atemnot auch Beinschmerzen, Schwellung oder Rötung hat, sollte zusätzlich an eine tiefe Venenthrombose denken, weil genau dort das Gerinnsel häufig entstanden ist.

Warum die Beschwerden manchmal täuschen

Die Symptome können einem Herzinfarkt, einer Lungenentzündung oder auch starken Angstreaktionen ähneln. Ich finde das wichtig zu betonen, weil Betroffene sich oder andere oft zu lange beruhigen. Die Unsicherheit ist verständlich, aber gerade bei plötzlicher Atemnot ist sie gefährlich. Die sichere Einordnung gelingt erst in der Klinik, und dort beginnt die Diagnostik in mehreren Schritten.

Infografik über Lungenembolie: Definition, Epidemiologie, Symptome, Ursachen und Therapie. Eine doppelte Lungenembolie ist ein lebensbedrohliches Ereignis.

Wie die Diagnose in der Klinik abläuft

Die AWMF-Leitlinie nennt als Bausteine der Abklärung unter anderem Anamnese, körperliche Untersuchung, D-Dimer-Test, EKG, Ultraschall der Beinvenen und des Herzens sowie bei Bedarf eine CT-Pulmonalis-Angiographie. Das ist sinnvoll, weil keine einzelne Untersuchung allein alles beantwortet. Ärztinnen und Ärzte kombinieren deshalb Beschwerden, Risikoprofil und Bildgebung.

Typischerweise läuft die Diagnostik so ab:

  1. Zuerst wird geklärt, wie dringend die Situation ist und ob der Kreislauf stabil wirkt.
  2. Danach folgen meist EKG und Bluttests, um den Verdacht einzugrenzen.
  3. Ein Ultraschall der Beinvenen kann eine tiefe Venenthrombose sichtbar machen.
  4. Bei begründetem Verdacht wird eine CT-Pulmonalis-Angiographie eingesetzt, um die verstopften Gefäße direkt zu sehen.

Ich würde die Bildgebung nie isoliert betrachten. Eine stabile Person mit kleinem Befund wird anders eingeordnet als jemand mit Atemnot, niedrigem Blutdruck und Zeichen einer Herzbelastung. Genau deshalb ist die Diagnose nicht nur ein technischer Nachweis, sondern immer auch eine Risikobewertung. Und an dieser Stelle entscheidet sich bereits, wie intensiv behandelt werden muss.

Wie die Behandlung aussieht und warum die Kreislaufstabilität zählt

Die Behandlung hängt vor allem davon ab, ob der Kreislauf stabil ist. Bei stabilem Blutdruck bleiben viele Betroffene zunächst einige Tage im Krankenhaus und erhalten gerinnungshemmende Medikamente, also Antikoagulanzien. Diese Mittel lösen das Gerinnsel nicht sofort auf, sondern verhindern vor allem, dass es größer wird oder neue Embolien entstehen. Den vorhandenen Thrombus baut der Körper dann nach und nach selbst ab.

Bei stabilem Kreislauf

Bei einer stabilen Situation steht die Antikoagulation im Mittelpunkt. Je nach Situation kommen verschiedene Wirkstoffe infrage, oft zunächst als Injektion oder Infusion und später als Tablette. Wichtig ist, dass die Behandlung konsequent erfolgt, weil gerade in den ersten Tagen das Risiko für ein Wachstum des Gerinnsels oder weitere Verschlüsse relevant bleibt. Die stationäre Überwachung ist dabei keine Formalität, sondern ein Sicherheitsnetz.

Lesen Sie auch: Vitamin D3 Mangel: Symptome, Ursachen und wie Sie ihn vermeiden können

Bei instabilem Kreislauf

Wenn der Blutdruck abfällt oder das Herz stark belastet ist, wird intensivmedizinisch behandelt. Dann können Sauerstoffgabe, Infusionen, Beatmung und weitere unterstützende Maßnahmen nötig sein. Zusätzlich beginnt die Gerinnungshemmung sofort, oft noch bevor alle Befunde vollständig vorliegen. Falls möglich, wird versucht, den Thrombus mit einer systemischen Thrombolyse aufzulösen; dabei besteht allerdings ein erhöhtes Blutungsrisiko. Wenn diese Form nicht infrage kommt oder nicht ausreicht, kann eine Katheterbehandlung folgen, bei der das Gerinnsel direkt angegangen wird.

Ich halte es für wichtig, hier keine falschen Erwartungen zu wecken: Nicht jede schwere Embolie braucht dieselbe Maßnahme, und nicht jede Therapie ist für jeden Menschen geeignet. Die Wahl hängt von Blutungsrisiko, Kreislaufstatus und Begleiterkrankungen ab. Genau deshalb ist eine schnelle ärztliche Einschätzung so entscheidend. Nach der Akutphase beginnt der Teil, den viele unterschätzen: die konsequente Weiterbehandlung und Nachsorge.

Was nach der Akutphase wichtig bleibt

Nach einer überstandenen Embolie schlagen Ärztinnen und Ärzte meist eine mehrmonatige Behandlung mit einem Gerinnungshemmer vor. Häufig sind es etwa drei Monate, manchmal auch länger, wenn anhaltende Risikofaktoren bestehen. Das Ziel ist klar: weitere Thrombosen und neue Embolien verhindern.

Für die Praxis sind vor allem diese Punkte relevant:

  • Gerinnungshemmer genau so einnehmen, wie sie verordnet wurden
  • Nachkontrollen nicht auslassen, auch wenn die Beschwerden besser werden
  • bei Beinbeschwerden, neuer Atemnot oder Brustschmerz sofort erneut abklären lassen
  • nach Operationen oder längerer Immobilität so früh wie möglich wieder mobil werden
  • mit dem Arzt besprechen, ob Kompressionsstrümpfe oder eine längere Prophylaxe sinnvoll sind

Besonders nach Bettlägerigkeit, Operationen oder Verletzungen hilft frühe Bewegung oft mehr, als viele denken. Schon kleine Übungen wie Fußwippen können den venösen Rückfluss verbessern. Wer ein erhöhtes Risiko hat und keine Gerinnungshemmer nehmen kann, erhält unter Umständen Kompressionsstrümpfe als Alternative. Damit ist die Akutphase zwar vorbei, aber das eigentliche Rückfallmanagement beginnt erst jetzt.

Worauf ich nach so einem Befund besonders achte

Am Ende entscheidet bei einer beidseitigen Embolie nicht das Wort, sondern das Ausmaß. Ich achte nach so einem Befund vor allem auf drei Dinge: Erstens, ob die Ursache gefunden und behandelt wurde. Zweitens, ob die Antikoagulation wirklich zuverlässig läuft. Drittens, ob neue Warnzeichen auftreten, bevor sich der Zustand wieder verschlechtert.

Wer bereits diagnostiziert wurde, sollte die Therapie nicht eigenmächtig abbrechen, auch wenn die ersten Beschwerden nachlassen. Wer nur den Verdacht hat, wartet nicht auf den nächsten Tag, sondern lässt die Situation sofort abklären. Und wer nach einer ersten Embolie wieder Beinschwellung, plötzliche Atemnot oder Brustschmerzen bemerkt, sollte das als erneuten Notfall behandeln. Genau diese Konsequenz macht am Ende den größten Unterschied.

Dieser Artikel dient ausschließlich Informations- und Bildungszwecken. Das Material wurde mit Unterstützung moderner Analyse- und Sprachwerkzeuge (KI) erstellt. Konsultieren Sie vor einer Entscheidung einen Experten.

Häufig gestellte Fragen

Im Alltag ist damit meist eine beidseitige oder multiple Lungenembolie gemeint, also der Verschluss mehrerer Lungengefäße. Manchmal ist auch eine rezidivierende Embolie gemeint. Entscheidend ist vor allem, wie stark Atmung, Sauerstoffversorgung, Blutdruck und Herz belastet sind.

Typisch sind plötzliche Atemnot, Brustschmerzen, Herzrasen, Schwindel, Benommenheit und blutiger Husten. Besonders alarmierend sind Blutdruckabfall, Bewusstseinsstörungen, kalter Schweiß oder eine schnelle Verschlechterung des Allgemeinzustands. Dann ist der Notruf 112 richtig.

Die Diagnostik kombiniert Anamnese, körperliche Untersuchung, D-Dimer-Test, EKG und oft Ultraschall der Beinvenen oder des Herzens. Bei begründetem Verdacht folgt eine CT-Pulmonalis-Angiographie, um die verstopften Gefäße direkt zu sehen. So wird nicht nur der Befund, sondern auch das Risiko eingeschätzt.

Bei stabilem Blutdruck stehen Gerinnungshemmer im Mittelpunkt, oft zunächst als Injektion oder Infusion und später als Tablette. Bei instabilem Kreislauf kommen Sauerstoff, Infusionen, Beatmung und weitere Intensivmaßnahmen hinzu. Je nach Situation kann auch eine systemische Thrombolyse oder eine Katheterbehandlung nötig sein.

Nach der Akutphase wird meist mehrere Monate antikoaguliert, häufig etwa drei Monate, bei anhaltenden Risikofaktoren auch länger. Wichtig sind die zuverlässige Einnahme der Medikamente, Nachkontrollen und das sofortige Abklären neuer Beschwerden. Nach Operationen oder längerer Bettlägerigkeit hilft frühe Mobilisation zusätzlich.

Artikel bewerten

Bewertung: 0.00 Stimmenanzahl: 0

Tags:

lungenembolie thrombose antikoagulation thrombolyse ct-angiographie

Beitrag teilen

Reinhard Albers

Reinhard Albers

Mein Name ist Reinhard Albers und ich bringe sieben Jahre Erfahrung im Bereich Gesundheit mit. Mein Interesse für dieses Thema begann, als ich die Herausforderungen erkannte, mit denen viele Menschen im Alltag konfrontiert sind. Ich finde es wichtig, komplexe Informationen verständlich zu machen und Menschen dabei zu helfen, informierte Entscheidungen für ihre Gesundheit zu treffen. In meinen Beiträgen beschäftige ich mich mit verschiedenen Aspekten der Gesundheitsversorgung, von präventiven Maßnahmen bis hin zu aktuellen Trends im Gesundheitswesen. Dabei lege ich großen Wert darauf, meine Informationen sorgfältig zu recherchieren und verschiedene Quellen zu vergleichen, um sicherzustellen, dass ich meinen Lesern nützliche und präzise Inhalte bieten kann. Mein Ziel ist es, Wissen klar und verständlich zu organisieren, damit jeder Leser die Informationen leicht aufnehmen und anwenden kann.

Kommentar schreiben